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Interview mit Tom Nyffeler

Interview mit Tom Nyffeler

"Physiotherapeut arbeitet mit genialer Schweizer Erfindung"

1. Tom, Du arbeitest mit den GIGER MD Instrumenten. Kannst Du uns etwas über den Hersteller verraten?

Ja, gerne: Herr Giger ist Ingenieur und leitete als Direktor 20 Jahre die mit über 100 Personen besetzte Entwicklungsabteilung der ETA SA in Grenchen. Dort wurde die flachste Golduhr der Welt entwickelt und daraus das Projekt "Swatch" realisiert. Die GIGER MD Geräte erfand er für erkrankte Angehörige seiner Familie. Die Geräte werden von der Firma Combo AG hergestellt.

2. Was ist ein GIGER MDfit und wie funktioniert es?

Damit kann man die denkbar leichteste und vielfältigste Ganzkörperbewegung durchführen. Sowohl das Gerät wie die damit ausgelöste Bewegung sind auf maximale Effizienz ausgelegt. Damit eignet es sich besonders für Leute ohne sportliche Ambitionen. Man kann ohne sich anzustrengen mit Bewegen beginnen. Nebst Armen und Beinen bewegt das Gerät sämtliche Abschnitte der Wirbelsäule präzis nacheinander.

3. Bei welchen aussergewöhnlichen (bisher "hoffnungslosen") medizinischen Fällen hast Du damit Erfolg gehabt?

Als junger Physiotherapeut erkennt man rasch die Grenzen des Gelernten. Ich setzte meine Hoffnung auf den medizinischen Fortschritt und beschäftigte mich mit dem "New-Start-Programm" des deutschen Vereins für Gesundheitspflege. Daraus besonders für den Punkt "Bewegung". Bewegen wurde dort bisher vor allem vom Herz-Kreislauf Aspekt her betrachtet. Ich beschäftigte mich mit erkrankten Gelenken, Rückenschmerzen, Muskelerkrankungen, Schlaganfällen, Lähmungen und Nervenerkrankungen. Diese werden mit Bewegung behandelt ("Krankengymnastik"). Um die Effizienz bisheriger Therapien zu steigern und auf der ständigen Suche nach Neuem entdeckte ich die GIGER MD Geräte.

Weiter suchte ich den Kontakt zu Dr. Giselher Schalow. Herr Schalow hat als Forscher Messungen am lebenden menschlichen Rückenmark vorgenommen. Er hat festgestellt, dass das Zentralnervensystem Rhythmen produziert, die für den Aufbau von Körperbewegungen verantwortlich sind. Und dass diese durch Körperbewegung veränderbar sind. Dass das Nervensystem selbstlernend ist und viel mehr Bewegungen direkt im Rückenmark abgespeichert und automatisiert werden als bisher angenommen.

Weiter, dass bei Anwendung von effizienten Therapien im menschlichen Rückenmark neue Nervenzellen gebildet werden. Dass im Gehirn auch bei über 80-jährigen noch neue Nervenzellen gebildet werden, wurde in der November Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Medicine 4, 1313-1317 (1998) beschrieben und bedeutet Abschied von einem alten Dogma. Es ist selten, dass in der Medizin funktionierende Therapien aus Messungen abgeleitet werden können. Meistens begnügt man sich mit Einzelfallstudien. Oder Doppelblindstudien (Man probiert aus, was am meisten Erfolg bringt. Dabei wissen weder der beteiligte Arzt noch der Patient, ob sie den eigentlichen Wirkstoff anwenden oder nicht).

Als Praktiker habe ich erlebt, wie hirn- oder rückenmarkgeschädigte Kinder in kurzer Zeit Fortschritte erzielen, die bisheriges übertreffen. Bei Ihnen werden nicht nur Reparatur- und Regenerations-, sondern auch Entwicklungsmechanismen ausgelöst. Erwachsene profitieren von der Reparatur- und Regenerationsfähigkeit des Körpers. Sie erleben beim Anwenden über längere Zeit eine Besserung. Vor allem, wenn es bisher umgekehrt war. Tetra- oder Paraplegiker mit inkompletter Rückenmarksschädigung können innert 1- 2 Jahren wieder eine praktisch normale Gehfähigkeit erlangen. Zum Stillstand gekommene Multiple Sklerose (MS) kann durch Reorganisation des Zentralnervensystems und weiteres verbesserbar sein, falls neue Schübe den Gewinn an Funktion nicht wieder vernichten. Diabetiker benötigen weniger Insulin, Wirbelsäulenverbiegungen (Skoliosen) werden stark verbessert, nach Schlaganfällen gewinnt man verlorengegangene Funktionen wieder usw.

In der abendländischen Medizin betrachten wir sichtbare Krankheit als die Spitze des Eisberges. Darunter liegen weitere Faktoren, die unser Gesund- oder Kranksein beeinflussen: Zuerst die Lebensgewohnheiten, dann die Kultur, danach die Werte, nach denen wir leben und zuunterst die Weltanschauung. Wenn wir erkranken, dürfen wir nicht vergessen, dass wir Heilmittel kennen.

4. Es wird immer wieder betont, dass wir heutzutage neue Perspektiven brauchen. Eignet sich dieses Gerät auch dazu?

Ja, sehr. Wie gesagt, zuunterst am Eisberg liegt die Weltanschauung. Danach kommen die Werte. Gegenwärtig besitzt das Erhalten jugendlicher Kraft in unserer Gesellschaft einen enormen Stellenwert. Bewegt man sich geführt sitzend auf einem GIGER MDfit Gerät mit oder ohne Kraft, kann man danach auch als Gesunder leichter rennen. Rennen ist als Fluchtreflex auch im Stammhirn verankert. Dadurch können über Rhythmuskoppelungen weitere Stammhirnfunktionen positiv verändert werden: Sprache und Gesang, Atmung, Wachsein und weitere vegetative Funktionen. In kurzer Zeit spürbare körperliche Veränderungen machen die Menschen, da sich ihre Wertvorstellungen erfüllen, auch offener.

5. In Luzern hat ihre Frau mit Freunden eine Fastenwochedurchgeführt: Eine der Hauptattraktionen war eine GIGER MD Liege. Alle waren begeistert! Kann jeder so ein Gerät haben und wieviel medizinisches Wissen muss ein Betreuer haben?

Ja. In unserem Freundeskreis besitzt praktisch jede Familie ein Gerät. Grundsätzlich kann man damit nichts falsch machen. Betreuer sollten wissen, dass bei akuten Schmerzen schmerzfrei gelagert und bewegt werden muss. Benützt man es zum Erhalten oder Verbessern der Fitness, bewegt man solange, bis sich ein gutes Körpergefühl einstellt. Später kann man versuchen, neue Übungen darauf auszuprobieren und sie im Alltag, zum Beispiel während dem Gehen, umzusetzen. Will man Lähmungen oder Hirnfunktionen verbessern, gebe ich gerne detailliert Auskunft.

6. Viele Schüler sind "gestresst" und sitzen stundenlang. Kannst Du als Physiotherapeut ihnen ein paar Tipps geben?

Ja: Je mehr Bewegungen im Rückenmark abgespeichert und automatisiert sind, desto freier wird das Gehirn für anderes, z. B. für Sprachen. Da geistige Funktionen eine komplexe Angelegenheit sind und das Gehirn optimal stimuliert werden soll, müssen die Bewegungen möglichst ganzheitlich sein. Z. B. rasches, rhythmisches Gehen ("Walking") oder laufen. Dabei sollten die Arm und Beinbewegungen exakt abgestimmt sein und die Rumpfbewegungen etwas betont. Fester Druck auf die Fersen aktiviert die automatischen Beinbewegungen: Gehen wird leichter. Rhythmisches betontes Atmen dazu steigert Leistung und Wohlbefinden. Da Zentren im Stammhirn über Rhythmuskoppelung aktiviert und ausgeglichen werden, löst sich auch der "Stress". Anschliessend lernt es sich wieder leichter.

7. Wem würdest Du so ein Gerät empfehlen?

Allen, die sich leicht und systematisch bewegen und spüren wollen, dass sich Veränderungen einstellen: Weniger Schmerzen und Steifheit, vertiefte Atmung und bessere Durchblutung, bessere körperliche Funktionen. Am besten bewegt man sich mit dem Gerät an der Sonne bei frischer Luft.

8. Wie viel Zeit braucht man mit dem GIGER MDfit erfahrungsgemäss, um fit zu werden oder zu bleiben?

In der Startphase, die etwa einen Monat dauert, bewegtman sich möglichst täglich. Der Erfolg ist direkt abhängig von der geleisteten Anzahl Umdrehungen. Bei jeder Umdrehung sinkt derelektrische Widerstand der Nervenleitungen, man kann sich immer leichter Bewegen. Danach genügen bei Gesunden zwei Trainingseinheiten pro Woche. Man spürt selbst: "Jetzt habe ich es wieder nötig!".

9. An wen können sich die Leser wenden, wenn sie Fragen haben oder ein GIGER MDfit ausprobieren wollen?

Sie können sich direkt an mich wenden. Telefonnummer und Adresse sind auf der Seite "Adresse" abgedruckt. Rufen Sie einfach an.